Die Frage nach der Rasse

Es muss ein Dobermann sein! Er darf aber nicht wachsam sein, oder bellen wenn es klingelt.

Der Golden Retriever ist Pflicht, auch wenn das Schlimmste Dreck im Haus wäre.
Der Herdenschutzhund soll bitte beim Grillfest mit im Garten liegen, der Setter soll im Umkreis von drei Metern ohne Leine laufen und der Terrier darf wie besessen dem Ball hinterher jagen, aber ein tot geschütteltes Meerschweinchen wäre unverzeihlich.

Was den perfekten Hund ausmacht ist nun mal individuell und hängt ganz gravierend daran, wie man lebt.

Rasse ist kein Kostüm, kein Fellpullover mit Blanko-Hund darin.
Rasse bedeutet Genetik und Genetik bedeutet auch Verhalten und zwar unterschiedliches Verhalten.
Der Pullover, die Äußerlichkeiten sind nur der kleinste Teil, der eine Rasse ausmacht.

Im Dunkeln besonders wachsam sein, mit fremden Hunden nur schlecht auskommen, miesmuffelige Wesensart oder überdrehte Hektik, Anhänglichkeit und Freiheitsliebe......
Das und noch hundert andere Eigenschaften sind bei Rassehunden genetisch fixiert, gewollt und/oder mühsam angezüchtet.

Es ist also wichtig zu wissen, welchen Freund man sich für viele Jahre mit ins Haus holt und welche Ansprüche man an ihn hat.

Ansonsten ist es ein bisschen so, als würden man einen Porsche kaufen, um dann mit den drei Kindern nach Südfrankreich in den Urlaub fahren zu wollen. Es ist zu eng, die Koffer passen nicht rein und die Fahrt wird der Horror. Da hilft es auch nichts den Wagen in die Werkstatt zu bringen. Auch der beste Automechaniker macht aus dem Porsche keinen Van.
Wer also einen Van braucht, der sollte sich auch einen Van kaufen.

Erziehung ist ein großes Werkzeug, aber sie hat ihre Grenzen genau da, wo Genetik beginnt.
Bevor man nun versucht den Hund zu verbiegen und nach Jahren der Arbeit einen hässlichen Porsche mit dicken Schweißnähten, einem aufgesetzten Dachgepäckträger und Anhängerkupplung fährt, kann man auch einfach direkt schauen, welche Eigenschaften so eine spezielle Marke/Rasse hat. Man kann sich damit das Leben um einiges erleichtern.

Also überlegen Sie gut, was Sie von Ihrem neuen Freund erwarten, für was Sie ihn brauchen und was Sie ihm zu bieten haben. Bei einem Autokauf tun Sie das nämlich auch.

 

 

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